Tag 5: Walhalla
Rammingen, 48.87848 N, 11.72784 E, 424 m ü. M.
Km-Stand: 5084
Der Morgen begann eher grau. In der Nacht hatte es geregnet und den ganzen Abend waren gewaltige Gewitter um uns herum unterwegs – mal nördlich, mal südlich von uns. Zum Glück bekamen wir außer kräftigem Regen und etwas Wind nichts davon ab.
Zunächst ging es durchs Altmühltal und anschließend bei Kelheim zurück an die Donau. Inzwischen zeigte sich auch die Sonne wieder und es wurde angenehm warm. An einem ALDI legten wir einen Einkaufsstopp ein: Brezeln, Pain au Chocolat, Wasser und Cola mussten mit.
Die nächste größere Stadt war Regensburg. Und dort haben wir uns – mal wieder – verfahren. Es war gar nicht so einfach, die Route über die kleineren Straßen zu finden. Ausgeschildert war natürlich hauptsächlich die Strecke über die Bundesstraße, aber genau die wollten wir vermeiden. Der Verkehr war enorm und darauf hatten wir wirklich keine Lust.
Kurz hinter Regensburg tauchte dann auf einem Höhenzug am linken Donauufer die Walhalla auf. Das Gebäude wirkt mit seinen mächtigen Säulen eher wie ein griechischer Tempel als ein Bauwerk in Bayern. Da fragt man sich schon, was es damit auf sich hat.
Die Walhalla entstand in der Zeit nach Napoleon und ist Ausdruck der damaligen Suche nach einer deutschen Identität. König Ludwig I. von Bayern ließ sie zwischen 1830 und 1842 im klassizistischen Stil nach dem Vorbild griechischer Tempel erbauen. Der Name „Walhall“ stammt aus der nordischen Mythologie und bezeichnet den Ort, an dem die gefallenen Helden aufgenommen werden. In der Walhalla werden bedeutende Persönlichkeiten geehrt, die der deutschen Sprache angehörten – also nicht nur Menschen aus dem heutigen Deutschland, sondern beispielsweise auch aus Österreich oder der Schweiz. Zur Eröffnung am 18. Oktober 1842 – dem 29. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig – sagte Ludwig I. Worte, die noch heute auf einem Stein vor der Walhalla zu lesen sind:
„Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung „teutschen“ Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben, ein Vaterland auf das sie stolz sein können, und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung.“
Zum Schluß noch ein typisch deutsches Problem. Da aufgrund des Denkmalschutzes keine Geländer nachgerüstet worden waren, kam es bereits zu mehreren schweren Unfällen, darunter 2 mit Todesfolge (2020 und Juli 2025), durch Stürze auf Treppen und Podeste.[13] Im August 2025 wurden provisorische Absperrungen angebracht, über ständige Absicherungen (z. B. aus Glas) berät eine Arbeitsgruppe.
Am Abend fanden wir schließlich einen kleinen, schönen Campingplatz in der Nähe von Vilshofen – ein gemütlicher Abschluss eines abwechslungsreichen Tages.

