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Tag 2: Donaudurchbruch

Tuttlingen
47.98574 N, 8.80735 E, 556m ü.M.
Km-Stand: 4759
gefahren 172 km

Die Nacht war… sagen wir mal ausbaufähig. Wir sind ständig aufgewacht, und auch die Hunde waren sich offenbar nicht sicher, ob Camping wirklich eine gute Idee ist. Immerhin entschädigte uns der Morgen mit herrlichem Wetter, sodass wir früh die Schlafsäcke zusammenrollten und weiterzogen.

Bei Tuttlingen – also kurz hinter der Donauversickerung – ist die Donau tatsächlich noch ein ziemlich bescheidenes Bächlein. Unsere Saalbach bei Bruchsal macht da deutlich mehr Eindruck. Wer hier den mächtigen Strom erwartet, wird erst einmal überrascht.

Ab Beuron zeigt die Donau dann aber, was in ihr steckt. Plötzlich wird das Tal enger, der Fluss lebendiger und links und rechts ragen imposante Kalksteinfelsen in die Höhe. Der Donaudurchbruch durch die Schwäbische Alb ist wirklich beeindruckend. Ein bisschen erinnert das Ganze an das Tarn- oder das Doubs-Tal in Frankreich – nur eben in der Kompaktversion. Bis Sigmaringen genießt man diese wunderschöne Landschaft, danach wird das Donautal wieder etwas gemütlicher und landschaftlich weniger spektakulär.

Weniger gemütlich war leider die grüne Ape von Giselind.Mitten während der Fahrt ging plötzlich immer wieder der Motor aus. Oder sie stotterte nur noch lustlos vor sich hin und wollte einfach keine Drehzahl mehr aufbauen. Also rechts ran, kurz warten – und als wäre nichts gewesen, lief sie wieder ganz normal weiter. Verständlicherweise war Giselind davon alles andere als begeistert.

Ganz neu war das Problem allerdings nicht. Es hatte sich schon früher gelegentlich gezeigt. Vor der Reise hatte ich bereits eine Luftblase im Benzinschlauch entdeckt und beseitigt. Das war es also wohl doch nicht.Jetzt war Detektivarbeit gefragt. Frei nach dem Motto eines guten Arztes: Differentialdiagnose. Eine Ursache nach der anderen ausschließen.

Benzinhahn? In Ordnung. Luft im Benzinschlauch? Fehlanzeige. Wasser im Vergaser? Also die Ablassschraube geöffnet… Moment mal… warum läuft der Sprit denn so zäh heraus? Da dämmerte es: Wahrscheinlich bekommt der Tank keine Luft nach. Also am Abend die Tankbelüftung genauer angeschaut. Mit einer Nadel vorsichtig freigestochert, einmal die Backen aufgeblasen und durchgepustet – und tatsächlich! Da tat sich etwas. Am nächsten Tag war das Problem verschwunden. Manchmal sind es eben die kleinsten Löcher, die die größten Sorgen machen.

Unser Nachtlager schlugen wir schließlich nordöstlich von Ulm auf einem nagelneuen Campingplatz bei Rammingen auf. Nach der eher rustikalen Übernachtung vom Vortag fühlte sich eine warme Dusche fast schon wie Wellnessurlaub an. Und weil man erfolgreiche Fehlersuche auch feiern muss, landeten am Abend Steaks in der Pfanne. So lässt sich ein Reisetag doch wunderbar beenden.

Bis bald!

Es grüßen
Giselind, Reinhard, Shakira und Gina

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