Tag 3: Google Maps, Kraftfahrstraßen, …

Rammingen
48.52346 N, 10.17222 E, 556 m ü. M.
Km-Stand: 4931
Gefahren: 153 km

Neuburg an der Donau

Heute ging es weiter Richtung Osten – natürlich immer mit der Donau als grobem Orientierungspunkt. „Der Donau entlang“ klingt allerdings romantischer, als es tatsächlich ist. Zwar taucht der Fluss immer wieder auf und wir überqueren ihn auch mehrfach, aber direkt am Wasser entlang fahren? Fehlanzeige.

Unsere Route führte über Donauwörth, Neuburg an der Donau, Ingolstadt und schließlich Neustadt an der Donau. Verlässt man die Städte, übernimmt die Landwirtschaft das Kommando. Felder, soweit das Auge reicht: Getreide, Mais, Kartoffeln, Rüben, Sojabohnen, Gemüse – und immer wieder Hopfen.

Wir waren an der Nordgrenze der Hallertau unterwegs, einem der größten Hopfenanbaugebiete der Welt. Rund 86 Prozent des deutschen und etwa ein Drittel des weltweit verarbeiteten Hopfens wachsen hier. Man bekommt fast den Eindruck, Bier würde direkt auf dem Feld wachsen. Links Hopfen, rechts Braugerste – da fehlt eigentlich nur noch Wasser, Hefe und eine Zapfanlage am Feldrand.Die Reparatur an Giselinds grüner Ape scheint übrigens ein voller Erfolg gewesen zu sein. Kein Stottern, kein Motorstillstand, einfach nur fahren. Und irgendwie hat sie seitdem gefühlt ein Viertel PS mehr als meine rote Ape. Ob das technisch erklärbar ist oder nur Einbildung – darüber kann man streiten.

Dafür machte uns heute jemand anderes das Leben schwer: Google Maps und Kraftfahrstraßen. Die dürfen wir mit unseren Apes nämlich nicht benutzen. Manchmal wird das rechtzeitig angekündigt. Manchmal steht aber einfach 200 Meter vorher dieses blaue Schild mit dem weißen Auto. Dann heißt es blitzschnell überlegen: Gibt es vorher noch eine Abzweigung? Falls ja – Glück gehabt. Falls nein – willkommen auf der improvisierten Umleitung über Feldwege, Wirtschaftswege und Straßen, die Google vermutlich gar nicht auf dem Schirm hatte.

Das eigentliche Problem beginnt allerdings erst danach. Google ist nämlich felsenfest davon überzeugt, dass wir unbedingt wieder auf die Kraftfahrstraße müssen. Immer wieder. Egal, wie oft wir uns weigern. Also heißt die Lösung: Zwischenziele setzen. Viele Zwischenziele.

Leider hat Google keine Option „Bitte keine Kraftfahrstraßen für 2-PS-Apen“. Vielleicht sollte das mal jemand vorschlagen. Und damit nicht genug: Google plant seine Routen natürlich für Autos. Ein Auto stört sich kaum an einer längeren Steigung. Unsere Apes sehen das etwas anders. Mit zwei PS wird aus jeder größeren Steigung schnell eine Geduldsprobe. Also auch hier wieder: Zwischenziele setzen und lieber eine etwas längere, aber flachere Strecke wählen. Unsere Motoren danken es uns.

Am Nachmittag merkten wir dann beide, wie müde wir inzwischen waren. Die letzten Tage steckten uns doch noch in den Knochen. Deshalb beschließen wir spontan: Wenn wir einen schönen Campingplatz finden, legen wir einen Ruhetag ein.

Und das haben wir. Camping auf dem Bauernhof unter Obstbäumen, mit Schwimmteich und Mähdrescher. 5m vom Zelt entfernt stand heute morgen noch Weizen. Der Besitzer ist ausgesprochen freundlich, alles läuft unkompliziert und ohne großen Schnickschnack. Genau unser Ding. Schon zu Hause in Obergrombach ist es angenehm ruhig. Aber hier? Hier hört man fast die Ruhe selbst. Genau der richtige Ort, um einen Tag Pause einzulegen, auszuschlafen und einfach einmal nichts zu tun.

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