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Tag 7: Die Alpen in Sicht

Soyen, 48.10646 N, 12.20745 E, 474 m ü. M.
Km-Stand: 5084
176 km gefahren

Am Morgen war nur noch das Zelt leicht feucht, alles andere hatte den nächtlichen Unwetter gut überstanden. Also konnten wir entspannt aufbrechen. Wir verabschiedeten uns von dem schönen Badesee und folgten weiter dem Inn. In der Ferne zeichneten sich zum ersten Mal die Alpen im Dunst ab. Unser Ziel für heute war klar: Da wollen wir hin!

An Rosenheim vorbei ging es in Richtung Kufstein. Gut, dass wir Rosenheim erst am späten Vormittag erreichten. Dort gibt es ja bekanntlich jeden Tag eine Leiche. Aber der berühmte Satz von Miriam Stockl von den Rosenheim Cops – „Michi, es gabert a Leich!“ – fällt immer zu Dienstbeginn. Die Morde passieren also nachts oder am frühen Morgen. Da hatten wir wohl Glück.

In Kufstein bin ich schon oft über die Grenze nach Österreich gefahren – allerdings immer auf der Autobahn. Diesmal ging es ganz gemütlich über die Landstraße. Eine völlig neue Perspektive. Auf dem Weg nach Innsbruck kommt man kurz vorher durch Wattens. Den Ort kennen vermutlich die wenigsten, die dort ansässige Firma Swarovski dagegen fast jeder. Das Unternehmen ist weltweit bekannt für Kristallglas, Schmuck, Kunstobjekte, Glasperlen, Dekorationen, Optik und vieles mehr.

Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, Swarovski im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs mit Entwicklungsleitern anderer Unternehmen zu besuchen. Man fragt sich ja zunächst: Was gibt es bei Swarovski eigentlich zu entwickeln? Eine ganze Menge! Das Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern in der Glasverarbeitung und entwickelt unter anderem hochpräzise Maschinen, mit denen Glas und Kristalle automatisch geschliffen wird. Neben den Fachgesprächen bekamen wir auch eine Werksführung. Dabei durfte ich sogar Bereiche sehen, die für normale Besucher nicht zugänglich sind. Wenn Entwickler unter sich sind, öffnen sich eben manchmal Türen, die sonst verschlossen bleiben. Wer einmal in der Gegend ist, dem kann ich übrigens auch das Swarovski-Museum in Wattens empfehlen.

Die Durchfahrt durch Innsbruck war dagegen alles andere als entspannt. Baustellen, Umleitungen, unzählige rote Ampeln, eine mäßige Beschilderung und jede Menge Verkehr machten die Fahrt ziemlich anstrengend. Umso erleichterter waren wir, als wir die Stadt hinter uns gelassen hatten. Nur wenige Kilometer später fanden wir einen sehr schönen Campingplatz. Die Sanitäranlagen waren nagelneu und statt der üblichen Duschräume gab es richtige Badezimmer – mit Toilette, Waschbecken, Dusche und sogar einer Sitzbank. So macht Duschen auf einem Campingplatz richtig Spaß, auch wenn das Wasser etwas wärmer hätte sein dürfen.

Bis bald

Giselind, Reinhard, Shakira und natürlich Gina

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