Tag 30: Nicht gleich nach Hause
Wasselonne: 48.63661 N, 7.43139 E, 223 m ü. M.
Km-Stand: 7977 km
142 km gestern gefahren
Wir verlassen den Campingplatz und fahren weiter nach Norden. Wir suchen uns eine Straße, die einigermaßen nach Norden führt und möglichst ohne Zickzack auskommt. Die Sonne scheint jetzt am Morgen schon kräftig. Es wird wohl wieder ein sonniger und heißer Tag werden.
Hier im Elsass fällt uns immer wieder auf, dass auf vielen Ortsschildern neben dem französischen Namen auch der elsässische zu lesen ist – der elsässische und nicht der deutsche. So ist unser Campingplatz in Wasselonne auf Elsässisch „Wässle“. Wir kommen auch an Schwindratse bzw. Schwindratshofen vorbei. Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor. Der Rhein-Marne-Kanal verläuft dort, und den kennen wir von unseren Fahrradtouren, die uns schon am Kanal entlanggeführt haben. Nicht weit entfernt sind auch die Zorn und die Moder. Daran hat Giselind allerdings keine so gute Erinnerung. Heerscharen von Schnaken machten jeden Toilettengang in freier Natur zu einem regelrechten „stechenden Erlebnis“.
Beim Einkaufen sehen wir, dass viele Supermärkte ihre Parkplätze mit Solarzellen überdacht haben. Das macht absolut Sinn: Schatten für die Kunden, wenn die Sonne scheint, und gleichzeitig Strom für den Supermarkt – gerade dann, wenn viel Energie für die Klimatisierung und die Kühlung der Waren benötigt wird. Warum sieht man so etwas bei uns eigentlich nicht?
Wir haben entschieden, nicht direkt nach Hause zu fahren, sondern noch einen Abstecher nach Dahn in der Südpfalz zu machen. Dort wollen wir bis Freitag bleiben und anschließend die letzte Etappe bis nach Hause in Angriff nehmen. Unser Weg führt uns also in die Vogesen und das pfälzer Bergland. Über Lembach und Schönau kommen wir nach Dahn. Uns erwarten schöne Straßen mit wenig Verkehr, meistens durch den Wald, vorbei an einigen kleinen Seen. Am Campingplatz hatte ich bereits gestern nachgefragt, ob noch ein Platz frei ist, damit wir nicht umsonst dorthin fahren. Man sicherte mir zu, dass ausreichend Plätze vorhanden seien.
Wie gewohnt haben wir unser Zelt aufgebaut. Anschließend mussten wir feststellen: kein Mobilfunknetz! Ja, wir sind wieder in Deutschland. 😄 Also bleibt uns nur das WLAN des Campingplatzes, aber auch das ist nicht besonders leistungsfähig. Was soll’s – es geht auch ohne.
Heute Abend gibt es Kalbsgulasch. Lecker! Wer denkt, wir leben unterwegs von Ravioli, Linsen und Pichelsteiner, der hat sich getäuscht. Tourkoch Reinhard kocht jeden Tag ein anderes leckeres Essen, gut, manchmal reicht das Essen auch für zwei Tage. Reinhard kocht oft so, dass auch noch für Gäste etwas da wäre. Für den Notfall, falls einmal alles schiefgehen sollte, haben wir vier Fertiggerichte eingepackt. Cevapcici mit Reis und Huhn süß sauer. Die haben wir bisher allerdings noch nicht gebraucht. Ravioli hatten wir genau einmal auf einer Fahrradtour dabei. Es blieb beim Probieren. Danach haben wir uns entschieden, lieber trockenes Brot zu essen und mit den Ravioli den Weinberg zu düngen. 😂




Bis bald
Giselind, Reinhard, Shakira und Gina