Tag 31, 32, 33: Ruhetage

Dahn: 49.16259 N, 7.75151 E, 273 m ü. M.
Km-Stand: 8102 km
125 km gestern gefahren

Unser Campingplatz liegt im Moosbachtal, wenige Kilometer von Dahn entfernt in Richtung Hinterweidenthal. Ein ruhiges Fleckchen Erde, abseits jeglichen Verkehrs und mitten im Wald. Genau das Richtige für uns, um noch einmal ein paar ruhige Tage zu haben. Die uns zugewiesene Parzelle ist sehr sonnig, weshalb wir unser Tarp aufstellen, das uns tagsüber ausreichend Schatten spendet. Am Nachmittag fahre ich zum Baden an einen nahegelegenen See, den ich von früher kenne. Traumhaft! Ich bin ganz alleine dort, keine Menschenseele. Der See nur für mich – und das mitten im Wald. Die umliegenden Bäume spiegeln sich im Wasser. Gelegentlich kommt ein Fisch an die Oberfläche und sorgt für ein wenig Bewegung auf dem See. Die Hitze des Tages weicht einer angenehmen Wärme, begleitet von einem lauen Windchen. Traumhaft! Da werde ich – und bestimmt auch Giselind – in den nächsten Tagen öfter baden gehen.

Giselind ist in ihren E-Book-Reader vertieft, und wir schlafen viel. Die Ruhe tut uns gut. So vergehen die Tage eigentlich mit Nichtstun. Aber das haben wir uns auch verdient.

Warum machen wir solche Reisen, die ja eher entbehrungsreich und unbequem als luxuriös und „all inclusive“ sind? Ich kann da natürlich nur für mich sprechen. Sicher ist ein Stück Abenteuerlust dabei: frei sein, etwas Ungewöhnliches tun, nicht der Norm entsprechen, nicht mit großem Risiko, aber doch mit der Ungewissheit, was jeder neue Tag bringen wird.

Auf einer solchen Reise – und das war auch bei unseren Radtouren so – reduziert sich das Leben auf die elementaren Dinge: Was esse und trinke ich? Wo schlafe ich? Bin ich gesund? Ist meine Ape in Ordnung? Man braucht keine Uhr, höchstens wegen der Ladenöffnungszeiten beim Einkaufen oder bei der Campingplatzsuche. Es gibt keine Termine. Das Leben verläuft ein Stück weit neben der Zeit, und die Uhr verliert ihre heute so oft den Takt vorgebende Bedeutung. Den Takt gibt die Natur vor: Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, Hunger und Durst und natürlich ist Sprit im Tank. Alle Probleme und Sorgen, der ganze Ballast des Alltags, sind weit, weit weg.

Spontan fällt mir dazu ein Lied von Willy Astor ein. Es trägt den Titel „Einfach sein“.

Morgen früh bauen wir zum letzten Mal unser Zelt ab und packen unsere Sachen zusammen.

Den direkten Weg über den Rhein mit der Fähre Leimersheim können wir wegen des Niedrigwassers nicht nehmen. Die Fähre fährt nicht. Die pfälzer Berge hinunter zur Rheinebene wollen wir ebenfalls vermeiden. Deshalb fahren wir durch ein wunderschönes Tal zunächst nach Wissembourg und anschließend bei Germersheim über die Rheinbrücke. Karlsruhe ist uns einfach zu stressig.

Morgen beginnt also die letzte Etappe unserer Reise.

Bis bald

Giselind, Reinhard, Shakira und Gina

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Ein Kommentar

  1. Noch eine gute letzte Etappe, genießt es und kommt gesund nach Hause. Die Berichte waren spannend, es könnte grad so weitergehen. Liebe Grüße Michel

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