Tag 13: Auf in den Apennin
Modena
44.65501 N, 10.864704 E, 40 m ü. M.
Km-Stand: 6141
144 km gefahren
Der Campingplatz mitten in der Stadt war alles andere als ruhig. Entsprechend unausgeschlafen ging es am Morgen los. Die Sonne versteckte sich zunächst noch hinter einem leichten Schleier, doch das sollte sich später ändern.
Erst einmal mussten wir vom Camping herausfinden – und das möglichst ohne Autobahn. Gar nicht so einfach. Nach einer kleinen Ehrenrunde klappte es schließlich.
Dann stand die Suche nach einer Piaggio-Werkstatt auf dem Programm. Händler gibt es zwar jede Menge, allerdings verkaufen und reparieren die meisten nur Roller. Nach rund 35 Kilometern Stadtverkehr und vier erfolglosen Versuchen fanden wir endlich einen Händler, der tatsächlich Ersatzteile für unsere Ape auf Lager hatte. Blöderweise war gerade Mittagspause – bis 15 Uhr. Also warten. Immerhin konnten wir anschließend einen neuen Gaszug kaufen. Wenn uns schon keine Werkstatt helfen kann, müssen wir vieleicht eben selbst noch einmal schrauben.
Eigentlich hatte ich erwartet, in Italien an jeder Ecke einer Ape zu begegnen. Aber weit gefehlt. Ab und zu taucht mal eine auf, insgesamt sind sie erstaunlich selten.
Als wir endlich weiterfahren konnten, war es bereits halb vier. Bologna ließen wir links liegen und steuerten direkt auf die Berge zu. Endlich tauchte am Horizont wieder ein Gebirge auf: der Toskanisch-Emilianische Apennin. Der Apennin zieht sich wie ein Rückgrat durch ganz Italien – von Ligurien im Norden bis nach Kalabrien im Süden. Sein höchster Gipfel ist der Gran Sasso d’Italia mit 2.912 Metern. Auf unserer Strecke bleiben die Berge etwas bescheidener. Der Monte Cimone bringt es auf 2.165 Meter, der Monte Cusna auf 2.121 Meter.
Unsere Route folgt der Hauptverbindung zwischen Bologna und Florenz. Neben der Eisenbahn verlaufen hier sogar zwei Autobahnen: die alte A1 und die neuere A1 Var, die mit zahlreichen Tunneln und deutlich weniger Kurven durch das Gebirge führt. Für eine normale Landstrasse ist da kein Platz mehr und sie verläuft etwas abseits, viel auf und ab und auch einige steile Rampen.
Eigentlich hatten wir schon einen schönen Campingplatz gefunden: The Oaks. Der machte einen richtig guten Eindruck. Doch auf den letzten Metern kam die Ernüchterung. An der Abzweigung stand ein Schild: 25 % Steigung. Für unsere beiden Bienen eindeutig zu viel. Das schaffen sie nicht.
Also kehrten wir ein paar Kilometer um. Unten im Tal hatten wir zuvor einen Campingplatz gesehen. Der sah ebenfalls ganz ordentlich aus, und bevor wir noch lange weitersuchten, beschlossen wir: Der wird’s. Man muss sein Glück schließlich nicht herausfordern.




Bis bald
Giselind, Reinhard Shakira und Gina