Tag 29 – Nach 3282 Km wieder zu Hause

Datum: 08.08.2023
Kilometer: 3151Km
Ort: Gerstheim
Position: 48.388138, 7.712651

Das letzte mal auf unserer Tour bauen wir heute das Zelt ab und verlassen den Camping Richtung Obergrombach. Es dauert heute alles etwas länger. Aber wir kommen dann doch kurz vor 10:00 Uhr bei Sonnenschein los.

In Straßburg Überqueren wir nochmal den Rhein und wieder mal der pure Stress. Umleitungen, Reparatur der Rheinbrücke, Ampelschaltungen für gerade mal ein Auto oder eine halbe Ape und so weiter.
Unterwegs können wir sogar wieder kurze Hosen und T-Shirt anziehen, es wird wärmer. Die Straßen, insbesondere in den Städten und Ortschaften sind in Deutschland doch wesentlich besser als in Frankreich und auch die nervigen Fahrbahnerhöhungen bei Fußgängerüberwegen fehlen. Manchmal habe ich mich in den letzten vier Wochen gefragt, warum die Überhöhungen überhaupt vorhanden sind. Die Schlaglöcher und Kanaldeckel würden doch als Tempobremse vollkommen ausreichen.
Am Straßenrand erweckt dann ein Feld mit einer ungewöhnlichen Kultur meine Aufmerksamkeit. Eine ganze Weile muss in hinsehen und dann erkenne ich, es sind Stangenbohnen an Schnüren hochgezogen. Ein riesengroßes Feld, da kannst Du Bohnen pflücken, bis du schwarz, äh grün wirst.
Wir fahren möglichst durch die kleinen Dörfer am Rhein entlang, Ortschaften deren Name ich noch nie gehört habe, wie Muckenschopf oder Honau. Die letzten Kilometer müssen wir dann auf die B3. Ein letztes mal falsch fahren bei Wolfartsweier und dann sind wir zu Hause.

Nach 3282 Kilometern mit 3 PS zweimal quer durch Frankreich sind wir wieder zurück. Unsere beiden Dreiräder haben uns nicht im Stich gelassen, wenn auch die grüne Ape von Giselind manchmal etwas gezickt hat, eine Mimose halt, wie Giselind sagt.
Wir hatten weitgehend gutes Wetter, zwei Tage sehr heiß und 2 Tage Regen und kalt. Sonst war es trocken bei angenehmen Temperaturen. Da wollen wir uns nicht beklagen.
Was bleibt in unserer Erinnerung? Schöne Landschaften und Flußtäler, entschleunigtes Reisen und Zeit für kleine Dinge am Wegesrand. Viele interessante Gespräche mit Franzosen und Urlaubern aus anderen Ländern. „Woher kommt Ihr? Wie lange seid Ihr unterwegs? Was ist das für eine Flagge (die badische)? Wie schnell fährt das Ding? Darf ich ein Foto machen?“ Das waren die häufigsten Fragen.
Wir sind auf Campingplätzen immer sehr freundlich und interessiert empfangen worden. Man hat uns zugewunken, gehupt, geklatscht und unzählige Fotos und Filmchen wurden von uns gemacht.
Den Blog zu schreiben hat mir großen Spaß gemacht, auch wenn ich nicht jeden Tag am Abend die Zeit oder einen Internetzugang fand um aktuell zu berichten. Manchmal war ich müde, mit den Gedanken wo anders oder in einem Gespräch mit Giselind.

Bei so einer Reise, und diese Erfahrung haben wir auch mit bei den Fahrradtouren gemacht, reduziert sich Leben auf das wesentliche. Gesundheit, sind die Fahrzeuge o.k.? Was haben wir zu Essen und wo schlafen wir? Man verliert das Zeitgefühl und alle Sorgen des Alltags sind weit weg.

Bedanken möchten wir uns bei unseren Kindern, ohne die diese Tour nicht möglich gewesen wäre. Besonders Janis hatte doch etwas Arbeit mit meinem Garten und den Blumen. Wer schon mal bei uns war weiß, dass das jeden Tag einige Zeit braucht um partielle Dürre oder lokale Überflutungen zu vermeiden.

Vielleicht gibt es ja eine weitere Tour. Wir haben da schon was im Auge, denn uns hat es richtig viel Spaß gemacht.
Es freut uns sehr, dass Ihr uns im Blog auf dieser Tour begleitet habt. Vielen Dank.
Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt Ihr uns gerne schreiben. Wir freuen uns von Euch zu hören.

Bis bald
Giselind und Reinhard und natürlich Shakira

Wuff, Wuff


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5 Kommentare

  1. Schliesse mich Rita an. Es war immer wieder schön eure Berichte zu lesen. Freu mich schon auf eure nächste Tour. Werde sie verfolgen.
    Gruß Petra

  2. Hey ihr Lieben,

    sooo schöne Reiseberichte… und auch die Bilder haben direkt Fernweh bei mir ausgelöst 🙂
    Ich wünsche euch, dass ihr dieses Entschleunigungsgefühl noch lange beibehalten könnt.

    Herzlich willkommen zu Hause,
    danke, dass ihr uns auf diese Reise mitgenommen habt,

    Alles Liebe Isa

  3. Willkommen in den heimischen vier Wänden, bin froh, dass ihr wieder gesund gelandet seid. War ja schon ein kleines Abenteuer, zu dem ihr uns mitgenommen habt. Dafür herzlichen Dank. Beim nächsten Treff in Isny hast du ja viel zu erzählen, Reinhard. Jetzt ruht euch erst einmal aus und lasst die Ape stehen ????

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