Tag 18: Circuit de Monaco

Albenga: 44.05522 N, 08.21439 E, 4 m ü. M.
Km-Stand: 6.784
Heute gefahren: 124 km

Der Stellplatz vom Vortag hatte alles zu bieten – nur keinen Schatten. Also hieß es morgens: Abbau in der prallen Sonne. Kein Wölkchen am Himmel, dafür schon um 10 Uhr stolze 31 Grad. Schwitzen war also fest eingeplant. Zum Glück hatten wir genügend Wasser für uns und die Hunde dabei. Die Vierbeiner bekamen unterwegs regelmäßig ihre Trinkpausen – schließlich sollten sie die Tour genauso genießen wie wir.

Es ging weiter an der italienischen Riviera entlang. Wunderschöne Aussicht – allerdings auch immer wieder knackige Anstiege. Irgendwann tauchte ein Tunnel auf, und direkt dahinter waren wir schon in Frankreich. Die erste Stadt: Menton. Auffällig war sofort: Die Straßen wurden schlagartig besser. Die Fahrweise der Autofahrer? Nun ja… eher nicht.

Wir lernten schnell die wichtigste Verkehrsregel an der Côte d’Azur: Hebt jemand lässig die Hand aus dem Fenster, bedeutet das ungefähr: „Du hast zwar Vorfahrt – aber ich fahre jetzt trotzdem. Alles klar?“ Also tief durchatmen und einfach mitschwimmen.

Dann war es endlich so weit: Monaco! Genauer gesagt Monte Carlo. Unser Plan: Einmal die legendäre Formel-1-Strecke, den Circuit de Monaco, selbst abfahren. Den Streckenverlauf hatten wir uns vorher ins Navi geladen. 3,337 Kilometer Rennstrecke, Rundenrekord 1:09,954 – das wollten wir natürlich unterbieten… zumindest theoretisch.

Zuerst drehten wir ganz geschniegelt eine Einführungsrunde, bis wir die Startaufstellung auf dem Boulevard Albert I. erreicht hatten. Helm? Fehlanzeige. Rennoverall? Auch nicht. Dafür 2 vollbeladene Apen mit zwei Hunden an Bord – praktisch die light -Version und krasses Gegenteil eines Formel-1-Boliden.

Dann ging’s los! Mit 2 PS, gefühlten 800 PS… oder zumindest mit allem, was unser Motor so hergab. Durch Sainte Dévote und anschließend im ersten Gang den Berg hinauf Richtung Casino. Dort schnaufte nicht nur der Motor. Weiter über Massenet zur berühmten Haarnadelkurve, vorbei am Hafen, hinein in den Tunnel – der einzige Ort, an dem man tatsächlich mal etwas mehr Gas geben kann. Da müssen wir den Formel-1-Fahrern recht geben. Danach am Schwimmbad vorbei, durch die Rascasse und zurück ins Ziel.

Eigentlich wollten wir natürlich den neuen Rundenrekord aufstellen. Leider standen uns ein paar Kleinigkeiten im Weg: Verkehr, Touristen, Ampeln und erstaunlich viel Polizei. Man kann eben nicht alles haben.

Der Spaßfaktor war trotzdem riesig. Die vielen Menschen an der Strecke haben tatsächlich geklatscht, gewunken und fotografiert. Zugegeben – vermutlich eher wegen unseres etwas ungewöhnlichen Rennfahrzeugs als wegen unserer Bestzeit. Aber wir haben den Applaus natürlich gerne angenommen.

Bis wir Monaco schließlich wieder verlassen hatten, dauerte es allerdings eine ganze Weile. Erst eine unfreiwillige Rundfahrt durchs Parkhaus, dann ein Busparkplatz mitten im Tunnel und gefühlt noch zwanzig weitere Tunnel später fanden wir endlich wieder den Weg ins Freie.

Anschließend ging es weiter Richtung Nizza. Der dichte Verkehr, die Großstadt und das Gewusel machten den Tag ziemlich anstrengend. Umso schöner war es, am Abend einen ruhigen Campingplatz etwas im Hinterland von Cagnes-sur-Mer zu finden.

Und weil erfolgreiche Rennfahrer schließlich gebührend feiern, gab es am Abend zur Siegerehrung einen herrlich eisgekühlten Cidre. Prost auf unsere persönliche Monaco-Grand-Prix-Premiere!

Bis bald

Giselind; Reinhard, Shakira und auch Gina macht Wuff, Wuff

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