Tag 16: Cinque Terre
Marina di Massa
44.02840 N, 10.07883 E, 5 m ü. M.
Km-Stand: 6524
119 km gefahren
In der Nacht hat es mal wieder kräftig geregnet. Shakira hatte sich vor dem Zelt mit ihrer Leine verheddert und war am Morgen klatschnass. Und auch Giselinds Täschchen war nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden – ebenfalls komplett durchnässt. So begann der Tag erst einmal mit Trocknen und Zusammenpacken. Immerhin wurden wir vom Campingplatz herzlich verabschiedet.
Bisher war unsere Fahrt entlang der Küste geprägt von Ferienanlagen, endlosen Strandabschnitten mit Sonnenschirmen und Liegestühlen sowie einer breiten Infrastruktur aus Restaurants, Bars, Hotels und Campingplätzen. Dazwischen schlängelt sich die Küstenstraße. Überall wuseln Menschen, Autos und vor allem Motorroller. Von denen gibt es hier wirklich unzählige.
Erstes Ziel des Tages ist La Spezia. Ich hatte mir die Stadt deutlich kleiner vorgestellt. Tatsächlich leben hier fast 100.000 Menschen. Das Straßennetz wirkt auf uns ziemlich unübersichtlich. Zum Glück ist Sonntag und entsprechend wenig Verkehr unterwegs. Unter der Woche dürfte das Fahren hier deutlich anstrengender sein. Das Stadtbild wird vom Hafen geprägt. Fährschiffe, Containerterminals, Yachthafen und einer der größten Marinestützpunkte Italiens liegen hier dicht beieinander. Die Marine hat die Entwicklung der Stadt jahrzehntelang bestimmt, heute spielen vor allem der Tourismus und die Sportschifffahrt eine große Rolle.
La Spezia gilt als das Tor zu den Cinque Terre. So nennt man den rund zwölf Kilometer langen Küstenabschnitt der italienischen Riviera mit seinen fünf malerischen Dörfern, die sich an die steilen Hänge über dem Meer schmiegen. Mit dem Auto kommt man dort kaum hin. Die meisten Besucher reisen mit dem Zug an oder erkunden die Gegend zu Fuß. Wegen des enormen Besucherandrangs wurden inzwischen sogar Einbahnregelungen auf einigen Wanderwegen eingeführt, und an besonders anspruchsvollen Strecken werden die Schuhe kontrolliert. An den steilen Hängen wachsen Weinreben und Oliven deren Bewirtschaftung teilweise nur über Treppen oder kleine Einschienenbahnen möglich ist.
Unser Ziel ist die hoch über der Küste verlaufende Panoramastraße. Von La Spezia aus geht es zunächst kräftig bergauf. Oben angekommen werden wir mit fantastischen Ausblicken auf das Meer und die Dörfer belohnt. Hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues Postkartenmotiv.
Doch plötzlich ist Schluss. Vor uns liegt ein Straßenstück mit mehr als 14 Prozent Steigung. Für unsere beiden Bienen eindeutig zu viel. Widerwillig müssen wir umkehren und uns eine andere Route durchs Hinterland suchen. Schade – wir wären die Küstenstraße gern komplett gefahren. Also geht es über schmale Straßen durch Wälder, vorbei an einem Fluss und anschließend wieder lange bergauf. Immer wieder denke ich: Hinter der nächsten Kurve muss doch endlich der Pass kommen. Denkste! Hinter jeder Kurve wartet nur die nächste Steigung. Irgendwann haben wir es dann doch geschafft. Oben angekommen werden wir erneut mit herrlichen Ausblicken ins Tal und über die Berglanschaft belohnt. Leider gibt es nur selten eine Möglichkeit anzuhalten und zu fotografieren.
Heute hatten wir wenigstens bei der Campingplatzsuche Glück. Gleich der erste Platz hatte noch ein schönes Fleckchen für uns.
Am Ende des Tages waren es knapp 2000 Höhenmeter bergauf – und genauso viele natürlich auch wieder bergab. Der Reschenpass war dagegen garnichts. Kein Wunder, dass wir heute Abend ziemlich geschafft sind.





Bis bald
Giselind, Reinhard, Shakira und Gina