Tag 28: „Wollen Sie deutsch reden?“
Pontarlier: 46.90074 N, 6.37569 E, 881 m ü. M.
Km-Stand: 7.681 km
Gestern gefahren: 105 km
Die kalte Nacht hält uns morgens ziemlich erfolgreich im Schlafsack fest. 😴 So wird es erst gegen 10:00 Uhr etwas mit dem Losfahren.
Wir folgen weiter dem Doubs und stellen dabei fest, dass auch dieser Fluss so seine kleinen Geheimnisse hat: Er verschwindet einfach im Untergrund und taucht ein gutes Stück weiter als Quellfluss der Loue wieder auf. Von der Donau kennen wir das auch. Entdeckt wurde dieser Zusammenhang eher durch Zufall – und zwar im Jahr 1901, als eine Absinth-Destillerie in Pontarlier in Flammen aufging und größere Mengen Absinth in den Fluss liefen. Einige Tage später roch das Wasser der Loue plötzlich deutlich nach Anis. 😳
Ob die Fische daraufhin einen kleinen Schwips hatten oder spontan eine Absinth-Party veranstaltet wurde unter dem Motto „Absinth für alle“ ist leider nicht überliefert. 🥂🐟 Kilometerlang fahren wir an einem mehr oder weniger trockenen Flussbett entlang. Hier und da gibt es noch einen sumpfigen Tümpel oder einen kleinen See. Es dauert eine ganze Weile, bis wir wieder richtig fließendes Wasser zu Gesicht bekommen.
Bis ungefähr Morteau können wir dem Doubs noch folgen, dann ist Schluss mit der Uferstraße in unsere Richtung. Der Doubs wird anschließend zum Grenzfluss zwischen Frankreich und der Schweiz. Allerdings nicht ganz so, wie man es erwarten würde: Die Grenze verläuft nämlich nicht mitten durch den Fluss – der komplette Doubs gehört hier zu Frankreich. 🇫🇷
Bei Saint-Hippolyte treffen wir den Doubs wieder und diesmal sieht er tatsächlich auch wieder aus wie ein richtiger Fluss. Von dort geht es in einer langen Abfahrt hinunter zur Burgundischen Pforte, der Ebene zwischen Jura und Vogesen.
Immer wieder haben wir schöne Blicke auf die Vogesen und ihren höchsten Berg, den Grand Ballon. Wir haben allerdings beschlossen, den Vogesen einen Besuch von unten zu gönnen und nicht mehr darüber zu fahren. 😜 Nach den ganzen Höhenmetern der letzten Tage reicht es uns mit den Bergen. Wir nehmen lieber das Rheintal.
Montbéliard und Belfort umfahren wir großzügig. Das Getümmel in den Städten müssen wir uns nicht unbedingt antun. Wobei auch auf den Nebenstraßen in dieser dicht besiedelten Gegend ordentlich was los ist. Mehr Verkehr brauchen wir wirklich nicht. Und dann beginnt wieder die tägliche spannende Suche nach einem Nachtlager.
Campingplatz Nummer 1: komplett.
Campingplatz Nummer 2: ebenfalls komplett.
Na super … wenn das so weitergeht, wird das heute noch eine Campingplatz-Rundfahrt. 🙈 Aber beim dritten Versuch haben wir Glück! Der freundliche junge Herr an der Rezeption schaut mich an und fragt: „Wollen Sie deutsch reden?“ Was ich natürlich nicht abgelehnt habe. 😄 „Einen Platz mit Strom habe ich noch“, erklärt er mir. Na bitte – genau das hören wir doch gerne!
Auf dem Campingplatz treffen wir außerdem ein älteres Paar aus Tübingen, das ganz begeistert von unserer Tour ist. Und auch hier werden wir immer wieder gefragt, ob man ein Foto von uns machen darf. Was sollen wir sagen? Natürlich sagen wir nicht Nein. 😎📸
So langsam werden Shakira und Gina offenbar zu kleinen Promis auf vier Rädern.



Bis bald
Giselind, Reinhard, Shakira und Gina 🐕🚐