Tag 28 Unbekantes Juragebirge

📍 Lelex: 46.29735 N, 5.93046 E – 801 m ü. M.
🚐 Km-Stand: 7.576 km
🛣️ Gefahren: 152 km gestern

Die Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz war, sagen wir mal, ausbaufähig. Keine Dusche, um den Schweiß des Tages abzuwaschen, keine Toilette und dazu war der Platz ziemlich gut belegt. Als wäre das noch nicht genug, wurde es nachts richtig kalt und am Morgen war alles ordentlich nass vom Tau. Aber gut: Für eine Nacht geht das schon mal. 😉

Mein Gaszug macht allerdings immer wieder Probleme. Ich glaube, den werde ich wohl doch noch austauschen müssen, bevor wir wieder zu Hause sind. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die Apen  bis zum Schluss einfach problemlos durchgehalten hätten. 😏

Heute geht es weiter durch den Jura. Diese Gegend ist für uns bisher eher unbekannt – und wir stellen schnell fest, dass sich das durchaus ändern könnte. Der Jura erstreckt sich beiderseits der französisch-schweizerischen Grenze und besteht aus mehreren langen Bergkämmen mit tief eingeschnittenen Tälern. Der höchste Punkt ist der Crêt de la Neige mit 1.720 Metern. Und der Jura kann offenbar richtig ungemütlich werden: Auf den Höhen ist das Klima rau, feucht und kalt. Im Winter können sich in den abgeschlossenen Hochtälern regelrechte Kaltluftseen bilden. In La Brévine wurden sogar schon minus 41,8 °C gemessen. 🥶 Da sind wir mit unserer kalten Nacht ja noch einmal ganz glimpflich davongekommen! 😂

Wir schnaufen mit unseren Bienen zunächst noch weiter nach oben. Unser Weg führt über Morbier, bekannt durch den gleichnamigen Käse. 🧀 Die Landschaft ist beeindruckend. Gewaltige Eisenbahnbauwerke mit Viadukten, Tunneln und Brücken ziehen sich durch die Berge. Irgendwie fragt man sich schon, wie man solche Bauwerke damals überhaupt hinbekommen hat. Danach folgen wir dem Quelltal des Doubs. Unterwegs kommen wir an der Schanzenanlage von Chaux-Neuve vorbei. Dem einen oder anderen dürfte der Ort bekannt sein: Hier findet jedes Jahr ein Weltcup der Nordischen Kombination statt.

Was uns ebenfalls auffällt: Die Tour de France hinterlässt hier deutliche Spuren. In den Städten und Dörfern wird richtig viel daraus gemacht. Laternenmasten sind mit gelb lackierten alten Fahrrädern geschmückt, dazu gibt es ganze Galerien aus Kinderfahrrädern mit Bildern der Kinder. Gelbe, grüne und rot gepunktete Trikots aus Pappe hängen überall herum. Der Einfallsreichtum kennt wirklich keine Grenzen. 🚴‍♂️💛

Unterwegs treffen wir zwei Radfahrer aus Freiburg, die uns tatsächlich an der badischen Flagge als Deutsche erkennen. 🇩🇪 Die beiden sind mit dem Fahrrad von Genf nach Freiburg unterwegs. Beim Bäcker hatten sie offenbar so viele Pain au chocolat geschenkt bekommen, dass selbst zwei hungrige Radfahrer damit überfordert waren. 😄 Und so kommen wir völlig unverhofft in den Genuss einer kleinen französischen Wegzehrung: Die beiden geben uns kurzerhand ein paar Pain au chocolat ab.

Heute beginnen wir etwas früher mit der Suche nach einem Campingplatz. Nach den Erfahrungen der letzten Tage wissen wir inzwischen: Campingplätze sind hier nicht gerade an jeder Ecke zu finden. Aber heute haben wir Glück! Obwohl der Platz eigentlich voll belegt ist, hat die Dame an der Rezeption tatsächlich noch ein kleines Plätzchen für uns gefunden. Und damit ist die wichtigste Nachricht des Tages: Endlich wieder eine Dusche und eine Toilette! 🚿😂 Man lernt auf so einer Reise, die kleinen Dinge des Lebens ganz neu zu schätzen.

Bis bald

Giselind, Reinhard, Shakira und Gina 🐝🚐

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