Tag 27 Lac du Bourget, Rhonedurchbruch

📍 Saint-Laurent-du-Pont: 45.39108 N, 5.73683 E – 801 m ü. M.
🚐 Km-Stand: 7.424 km
🛣️ Gefahren: 162 km gestern

Eigentlich war der Campingplatz voll. Aber die Dame an der Rezeption hatte ein Einsehen und gab uns einen Platz auf der zentralen Wiese. Eigentlich dürfen dort keine Zelte stehen – aber wir waren einfach froh, überhaupt einen Platz für die Nacht zu haben. Manchmal muss man im Urlaub eben ein bisschen kreativ sein. 😉

Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Chambéry, zunächst einmal wieder über einen Pass. Dann kommt Chambéry – und die Stadt entpuppt sich als eine einzige Katastrophe. Baustellen überall, aber Umleitungen? Fehlanzeige! Wir folgen brav den Schildern und wären fast wieder auf der Schnellstraße gelandet. 😳 Irgendwie wursteln wir uns durch und kommen schließlich weiter, wenn auch mit einem kräftigen Umweg.

Wir haben uns bewusst für die ruhige Seite des Lac du Bourget entschieden. Das ist allerdings auch die Bergseite. Und dort gibt es nun mal wenig Platz für Häuser – und schon gar nicht für eine vernünftige, durchgängige Straße. Also heißt es: hoch auf den Col de la Chat, den Katzenpass. 🐈⛰️ Dafür werden wir mit herrlichen Ausblicken auf den See belohnt. Das Wasser leuchtet tief blaugrün, ein paar Boote sind unterwegs und einige Stand-up-Paddler kämpfen tapfer darum, auf ihren Brettern zu bleiben. 😄 Ganz oben auf dem Pass stehen ein paar schicke Villen. Die sehen nicht gerade danach aus, als wären sie für Leute mit kleinem Geldbeutel gebaut worden. 😉

Wir fahren weiter ins Rhônetal. Teile dieser Strecke kennen wir bereits von unseren beiden Fahrradtouren entlang der Rhône. Heute allerdings mit deutlich weniger Muskelkraft und deutlich mehr Motor. 😄 Es geht wieder munter auf und ab, dazu jede Menge Verkehr. Schließlich überqueren wir die Rhône am Rhônedurchbruch, einer engen Stelle, die früher mit allerlei Bauwerken und Befestigungen gesichert war.

Und genau hier werden Erinnerungen an unsere erste Radtour entlang der Rhône wach. Damals zog ein mächtiges Unwetter auf. Es wurde richtig bedrohlich, weit und breit gab es keine Möglichkeit, sich unterzustellen – und wir brauchten außerdem noch einen Platz für die Nacht. Da kam plötzlich ein Mann auf uns zu, der sein Haus mit großen französischen Fenstertüren direkt zur Straße hatte. Er winkte uns kurzerhand hinein – und zwar mit allem, was wir dabeihatten. Also: fünf Personen, drei Fahrräder, ein Nachlaufrad von Janis und der Anhänger von Monja – alles rein ins Wohnzimmer! 😂 Kaum war unsere komplette Fahrradausrüstung im Wohnzimmer verstaut, brach draußen ein heftiges Unwetter los. Wir durften die ganze Nacht bei Serge und seinen Kindern bleiben. Irgendwo im Haus fand sich tatsächlich für jeden von uns noch ein Schlafplatz. Eine Begegnung, die man nicht plant und die man garantiert nicht vergisst. ❤️

Heute geht es weiter in den Jura, das nächste Gebirge wartet schon auf uns. Und natürlich gibt es auch dort direkt das nächste Problem: Campingplätze!

Zwei Plätze fahren wir an – beide voll. Mit ein bisschen gutem Willen wäre wahrscheinlich auf beiden noch irgendwo ein Plätzchen zu finden gewesen, denn freie Fläche war durchaus vorhanden. Aber gut, Campingplatz ist Campingplatz. 🤷‍♂️ Mittlerweile ist es fast 20 Uhr und langsam wird die Auswahl überschaubar. Ein paar Ortschaften weiter gibt es einen Wohnmobilstellplatz. Und davon gibt es sogar gleich zwei: einen Luxusplatz mit kompletter Infrastruktur, auf dem allerdings nur Wohnmobile erlaubt sind, und eine einfache Wiese. Die Entscheidung fällt nicht schwer: Wir nehmen die Wiese. Also Zelt aufbauen und fertig. Heute muss es eben mal ohne Dusche und ohne Strom gehen. Hauptsache, wir haben einen Platz zum Übernachten.

Und ehrlich gesagt: Nach dem heutigen Tag sind wir damit völlig zufrieden. 😄🏕️

Mit etwas Geschick kann man mit den Steinen, die man uns in den Weg legt eine Treppe bauen.

Bis bald

Giselind, Reinhard, Shakira und Gina

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